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23.08.2022
23.08.2022 08:47 Uhr

Gastpredigten über verfolgte Christen

Im Norden Nigerias ist die islamistische Terrorgruppe Boko Haram noch stark vertreten: Hier ein Gottesdienst in einer kurz zuvor bei einem Anschlag zerstörten Kirche. 
Im Norden Nigerias ist die islamistische Terrorgruppe Boko Haram noch stark vertreten: Hier ein Gottesdienst in einer kurz zuvor bei einem Anschlag zerstörten Kirche.  Bild: Pressedienst
Am Samstag und Sonntag, 27. und 28. August, lenkt Theologe Christoph Klein innerhalb von Gottesdiensten in Weisstannen, Mels, Heiligkreuz und Wangs den Blick auf verfolgte und diskriminierte Christen.

«Von den gut zwei Milliarden Christen weltweit werden etwa zehn Prozent aufgrund ihres Glaubens diskriminiert oder verfolgt – bis hin zu Folter und Mord», schreibt Filmemacher Christoph Klein in einer Mitteilung. «Dies führt dazu, dass zirka 80 Prozent der wegen ihrer Religion verfolgten Menschen Christen sind.»

Doch nicht nur wegen dieser Zahlen, sondern vor allem aus biblischen Gründen ist dem Altstätter Theologen das Thema ein Anliegen; schliesslich bezeichne Paulus die Gemeinschaft der Christen als den Leib Christi. Er sage: «Wenn ein Glied leidet, dann leidet der ganze Leib.»

Erweiterung der biblischen Perspektive

Als Filmemacher arbeitet Klein seit 2011 mit dem katholischen Hilfswerk Kirche in Not zusammen, das das Thema immer mehr zu einem Schwerpunkt gemacht hat und in dessen Namen er es in die vier Gottesdienste im Sarganserland einbringen wird.

Dank vielerlei Kontakte über das Hilfswerk sowie dank seiner Studien und Reisen im Nahen und Mittleren Osten habe er immer mehr Einblick in diese eher unbekannte Seite kirchlicher Realität gewonnen, und dieser Einblick habe seine Art, die Bibel zu lesen, verändert, schreibt Klein.

Blick auf die Hauptursachen

«Auch die von Verfolgung und Diskriminierung betroffenen Christinnen und Christen lesen sonntags jeweils dieselben Schrifttexte», so Klein weiter. Er frage sich, was sie wohl dazu predigen würden. «Pakistanische Christen etwa, die sozial ohnehin schon als Menschen zweiter Klasse behandelt werden und praktisch chancenlos sind, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – der Blasphemie angeklagt werden.» Oder jene Christen im Norden Nigerias, die nie wüssten, ob die islamistische Terrorgruppe Boko Haram ihr Dorf angreifen werde. Oder jene in der Mitte des Landes, die immer häufiger von den Hirten der zu 99 Prozent muslimischen Fulani angegriffen würden – und zwar mithilfe moderner Waffen, bei denen sich spekulieren lasse, woher sie stammten. Insbesondere letztere Konfliktsituation führe derzeit zu den meisten Morden an Christen; «weltweit stammen von zehn wegen ihres Glaubens getöteter Christinnen und Christen sieben aus Nigeria».

Christenverfolgung im Namen des Islam spiele die zahlenmässig wichtigste Rolle. Diese Realität müsse man differenziert einordnen – etwa zwischen Tätern und der Mehrheit der Muslime in Nigeria unterscheiden, die friedlich mit ihren christlichen Freunden zusammenlebten. «In einigen Bundesstaaten in Indien, wo Christen im Namen des Hinduismus verfolgt werden, sind Muslime ihre Leidensgenossen – so wie in China oder in Nordkorea, wo Angehörige jedes Glaubens ins Visier des jeweiligen kommunistischen Regimes geraten können.»

Für echten interreligiösen Dialog

Die Religionsfreiheit habe in den letzten 20 Jahren massive Rückschritte erlitten, und Religionsfreiheit sei ein zentrales Anliegen in der katholischen Lehre wie auch im Hilfswerk Kirche in Not, so Christoph Klein. Er wolle in den Gottesdiensten dazu ermutigen, «den Horizont zu weiten, interreligiösen Dialog auch über kritische Themen zu wagen und die verfolgen Glaubensgeschwister in die Mitte der Spiritualität hineinzunehmen».

Kleins Gastpredigten im Sarganser-land sind in den Gottesdiensten in Weisstannen (27. August, 17.30 Uhr), Mels (27. August, 19 Uhr), Heiligkreuz (28. August, 8.30 Uhr) und Wangs (28. August, 10 Uhr) zu hören.

sardona24