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Flums
25.09.2022
25.09.2022 13:00 Uhr

Flumserberger Rettungsdienst probt den Ernstfall

Bild: Michael Braun
Der ausserordentlichen Rettungsdienstes Flumserberg hat im Rahmen einer Übung über 20 Personen erfolgreich aus der Lufag («SeeJet») evakuiert.

Mehr als 30 Mitglieder des ausserordentlichen Rettungsdienstes Flumserberg sind in der letzten Woche im Einsatz gestanden. Die gemeinsame Rettungsorganisation der Gemeinden Flums und Quarten und der Bergbahnen Flumserberg AG übte auf der Strecke der Lufag (offiziell «SeeJet») von Unterterzen bis Oberterzen den Ernstfall. Dabei wurden etwa 25 Personen von fünf Gruppen des Rettungsdienstes aus der Gondelbahn sicher per Seil evakuiert. Rettungsobmann Marc Eberle zeigte sich nach der gelungenen Übung sichtlich zufrieden.

Seilmänner und Bodenmänner im Einsatz

Um Viertel nach sechs wurde der ausserordentliche Rettungsdienst Flumserberg an diesem Abend von den Mitarbeitenden der Gondelbahn «SeeJet» zur Rettung von etwa 25 Personen entsandt. Diese befanden sich in verschiedenen Gondeln auf der Strecke von Unterterzen bis zur Mittelstation in Oberterzen. Es machten sich sogleich fünf Rettungstruppen bestehend aus über 30 Personen zu Fuss und mit ihrem Equipment auf den Weg zu den Masten der Gondelbahn.

Die einzelnen Rettungsgruppen setzen sich jeweils aus Personen mit verschiedenen Funktionen für die Rettung zusammen. Diese werden für ihre unterschiedlichen Aufgaben speziell geschult. Die Seilmänner sind für die Evakuation der gestrandeten Gäste aus den Gondeln zuständig. Sie klettern mit ihrer Ausrüstung den Stützen entlang hoch und lassen sich von dort über das Förderseil der Bahn bis zu den entsprechenden Gondeln hinunterrollen. Dort klettern sie in die Fahrzeuge und fixieren die Insassen am Rettungsseil. Unterstützt werden sie dabei von den Bodenmännern, welche sie sichern und die Insassen abseilen.

Das Rettungspersonals erreichte routiniert und professionell sein Ziel. Innerhalb von etwas mehr als einer Stunde wurden alle Insassen evakuiert und sicher zum vorgegebenen Sammelplatz gebracht. Dies sei eine gute Zeit, sagte Rettungsobmann Marc Eberle. Im Ernstfall müsste gemäss Vorgabe des Bundesamts für Verkehr die ganze Seilbahn innerhalb von maximal drei Stunden evakuiert werden.

Übung stärkt die Routine der Retter

Dass es überhaupt zu einer Seilrettung an der Gondelbahn «SeeJet» komme, sei eine Seltenheit, sagt der Bereichsleiter Bahnen und Technik der Bergbahnen Flumserberg AG, Michael Ackermann, welcher ebenfalls in der Rettungsorganisation vertreten ist. In den letzten fünfzehn Jahren kam es an der Gondelbahn nie zu einem solchen Ereignis. Seilbahnen verfügen über Sicherheitssysteme, wie auch ein Notstromaggregat, mit welchem die Gäste bei Stromunterbrechungen sicher bis zur nächsten Station gebracht werden könnten. Dennoch werden regelmässig an allen Bahnen Übungen durchgeführt. «Dies ist wichtig für die Sicherheit der Gäste und die Routine des Rettungspersonals», sagt Ackermann.

60 Personen starke Rettungsorganisation

Der ausserordentliche Rettungsdienst Flumserberg ist eine Rettungsorganisation, die durch die Gemeinden Quarten und Flums sowie der Bergbahnen Flumserberg AG getragen wird. Die rund 60 Mitglieder sind für die Rettung aus den Gondelbahnen und Sesselliften im Wintersportgebiet Flumserberg zuständig. In der Zwischensaison, also im Herbst und Frühling, führen sie jeweils eine Bergeübung an verschiedenen Bergbahnen am Flumserberg durch. Dazu kommt jährlich eine Lawinenübung im Winter.

Die Mitglieder sind das ganze Jahr im Bereitschaftsdienst, an speziellen Anlässen wird ein Pikettdienst gestellt, sagt Rettungsobmann Marc Eberle. Auch die Bergbahnen Flumserberg AG arbeiten eng mit der Rettungsorganisation zusammen. «Etwa zwei Drittel unserer Mitglieder arbeiten bei den Bergbahnen Flumserberg», sagt Eberle. Dies habe den Vorteil, dass viele Retter jeweils schnell vor Ort seien und sich zudem gut im Gelände und mit den Seilbahnen auskennen.

Auch in Zukunft wird bei der ausserordentlichen Rettungsorganisation Flumserberg weiterhin fleissig geübt. Im kommenden Februar steht eine Nachtbergeübung auf dem Programm.

sardona24/Michel Braun