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26.09.2022
26.09.2022 16:07 Uhr

Pizolbahnen: Die Gemeinden lancieren ein neues Hilfspaket

Sollen weiterhin Gelder der öffentlichen Hand bekommen: Die Pizolbahnen AG (hier der Hauptsitz in Bad Ragaz).
Sollen weiterhin Gelder der öffentlichen Hand bekommen: Die Pizolbahnen AG (hier der Hauptsitz in Bad Ragaz). Bild: Pressebild
Die Pizolbahnen sollen auch nach Ablauf des aktuell laufenden Unterstützungspaketes per Ende 2023 Gelder von der öffentlichen Hand aus der Region erhalten. 12,32 Mio. Franken könnten in den Jahren 2024 bis 2036 fliessen, davon 5,3 Mio. Franken in den ersten beiden Jahren. Nicht mit dabei ist die Gemeinde Sargans.

Exakt 12,32 Mio. Franken wollen die Gemeinden Bad Ragaz, Vilters-Wangs, Mels, Maienfeld, Pfäfers und Fläsch in den Jahren 2024 bis 2036 an die Pizolbahnen AG bezahlen. Wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung der sechs Kommunen heisst, soll damit auch nach 2023 das zu erwartende strukturelle Defizit des Bergbahnunternehmens gedeckt werden. Ende 2023 läuft das aktuelle Hilfspaket aus, das seit 2018 aus diversen Gemeindehaushalten jährlich 540 000 Franken in die Kassen der Pizolbahnen spült. Zwischen 2018 und 2020 leistete auch der Kanton St. Gallen Beiträge.

Verhandlungen seit 2022

Hatten einzelne Gemeindevertreter sowie Exponenten des Kantons bei der Lancierung des Hilfspaketes 2018-2023 noch die Hoffnung, dass die Pizolbahnen ab dem Jahr 2023 selbsttragend sein würden (oder mindestens stellten sie diesbezügliche Forderungen), betonten die Verantwortlichen der Bahnen selber stets, dass das aufgrund der Konstellation mit den beiden teueren Zubringer ab Wangs und Bad Ragaz Wunschdenken sei. Eine Einschätzung, mit der sie recht behalten sollten. Hinter den Kulissen liefen deshalb bereits seit dem Sommer 2020 intensive Verhandlungen, zwischen beteiligten Parteien, in welcher Form – und ob überhaupt – die öffentliche Hand die Bahnen ab dem Jahre 2024 weiter unterstützen könnten.

Bestehende Beiträge plus Beschneiung

Am Montag kommunizierten die Gemeinden nun das Resultat dieser Anstrengungen. Gestützt auf den Businessplan der Pizolbahnen AG haben sich die sechs beteiligten Gemeinden demnach für die Mitfinanzierung der Variante «Status Quo Plus» (heutiges Angebot inklusive Ausbau Beschneiungsinfrastruktur) geeinigt, wie es in der Mitteilung heisst. Diese Variante beinhalte, dass die Gemeinden in den nächsten beiden Jahren einen finanziellen Beitrag (Erwerb neuer Aktien) von insgesamt 5.3 Mio. für den Ausbau der Beschneiungsinfrastruktur übernehmen und gleichzeitig den heutigen, jährlich wiederkehrenden Defizitbeitrag von 540 000 Franken für die kommenden 13 Jahre weiterführen. Diese Massnahmen sollen den Bahnen AG helfen, sich so aufzustellen, damit sie letztlich Eigenständigkeit erlangen könnten.

Standortgemeinden im Fokus

Den Löwenanteil der Beiträge (9,328 Mio. Franken) sollen nach einem ausgehandelten Verteilschlüssel die beiden Standortgemeinden Bad Ragaz (5,079 Mio.) und Vilters-Wangs (4,249 Mio) stemmen. Das letzte Wort in allen sechs Gemeinden über diese Beiträge  wird die Stimmbürgerschaft haben. In Bad Ragaz und Vilters-Wangs dürften noch im ersten Halbjahr 2023 Urnengänge stattfinden. Mels soll 1,850 Mio. Franken beitragen, Maienfeld und Pfäfers je rund 500 000 Franken und Fläsch knapp 150 00 Franken.

Sargans nicht mehr «einheimisch»

Die Gemeinde Sargans zahlt beim neuen Hilfspaket nicht mehr mit. Gemäss der Medienmitteilung habe Sargans den Verteilschlüssel nicht akzeptiert und habe nur die Hälfte der vorgesehenen Kreditsumme von 1,115 Mio Franken bezahlen wollen. Schliesslich hätten Bad Ragaz und Vilters-Wangs entschieden, den Anteil von Sargans zu übernehmen, um die Gesamtfinanzierung nicht zu gefährden. Die Bürgerschaft von Sargans verliere nun ab dem Jahr 2024 den Status «Einheimische», heisst es im Communiqué.

Ebenfalls nicht mehr beteiligt am neuen Hilfspaket ist der Kanton St.  Gallen. Die Regierung habe ein Gesuch kürzlich negativ beantwortet. Die Kantonsverantwortlichen hatten aber bereits im Rahmen der Verhandlungen zum letzten Hilfspaket klar gemacht, dass sie künftig keine Beträge mehr sprechen würden.

(Mehr in der gedruckten Ausgabe vom Dienstag, 27. September).

     

von Reto Vincenz