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Freizeit
20.11.2022

Trotz Krisen gilt: Ab in die Ferien!

Winterferien trotz Krisen und Teuerungen.
Winterferien trotz Krisen und Teuerungen. Bild: weissbadlodge.ch
Trotz oder gerade wegen der Krisen will sich die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung die Ferien im anstehenden Winter nicht nehmen lassen.

Die repräsentative Umfrage von Marketagent.com Schweiz wurde vom 6. bis 15. Oktober 2022 in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt. Dabei wurden 1‘062 Personen im Alter von 14 bis 74 Jahren befragt.

Sie zeigt: Die grosse Mehrheit (63 %) plant diesen Winter Ferien. Die meisten davon wollen ihre Winterferien aber in der Schweiz verbringen, ob es an einem bestimmten Ferienort hierzulande sein wird oder ganz einfach zu Hause (21 % bzw. 17 % aller Befragten). Ins Ausland zieht es dagegen nur 16 Prozent. Auffallend: In der Deutschschweiz steht unser Land als Feriendestination deutlich höher im Kurs als in der Romandie (22 % bzw. 15 %).

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer plant diesen Winter Ferien. Bild: Marketagent.com Schweiz

Graben zwischen den Bildungsschichten

«Wer welche Ferien plant und ob überhaupt, ist auch eine Frage des Bildungsgrads. Dieser beeinflusst oft das verfügbare Budget. Unsere Ergebnisse zeigen zum Teil deutliche Unterschiede je nach Ausbildungsstand und damit wohl auch, wie sehr der Griff ins Portemonnaie angesichts steigender Preise weh tut», sagt Jacqueline Rütter von Marketagent.com Schweiz.

Es überrascht nicht, dass Personen mit hohem Bildungsniveau trotz Teuerung überdurchschnittlich häufig Ferien planen (69 %). 15 Prozent sind noch unsicher und nur 16 Prozent werden diesen Winter keine Ferien beziehen. Dagegen sind 39 respektive 28 Prozent mit tieferem oder mittlerem Bildungsniveau bereits sicher, dass sie diesen Winter keine Ferien machen werden und nur 6 respektive 13 Prozent haben sich noch nicht entschieden.

Konsum dürfte gebremst werden – höhere Preise drücken auf Ferienbudget

Obwohl die grosse Mehrheit diesen Winter Ferien plant, wollen sich viele bei den Ausgaben wegen der Teuerung zurückhalten:

  • Insgesamt gehen 32 Prozent jener, die Ferien machen werden bzw. solche nicht ausschliessen, davon aus, dass sie ihre Pläne anpassen müssen – sei es etwa in Bezug auf die Destination oder Unterkunft («stimme voll und ganz oder stimme eher zu»).
Ferien planen wie üblich, aber wenn möglich mit flexiblen Stornobedingungen. Bild: Marketagent.com Schweiz
  • Auch wollen sich insgesamt 35 Prozent jener, die Ferien machen werden bzw. diese nicht ausschliessen, mit Ausgaben vor Ort zurückhalten, also beispielsweise weniger Restaurants besuchen oder weniger Ski fahren («stimme voll und ganz oder stimme eher zu»). Auffallend auch hier der Unterschied je nach Ausbildungsstand: So will die Hälfte mit niedrigem Bildungsgrad sich bei den Ausgaben zurückhalten, während es bei jenem mit hohem deutlich weniger sind (32 %).
  • Auf der anderen Seite will sich mehr als ein Drittel (35 %) jener, die Ferien machen werden bzw. Ferien nicht ausschliessen, in den Ferien trotz Teuerung nicht einschränken und wird deshalb eher bei anderen Ausgaben sparen.

Strommangel: Ferien in den Bergen stehen auf dem Prüfstand 

Neben der Teuerung sorgen aber auch der drohende Mangel an Strom im Winter für ein verändertes Verhalten: 

  • So entscheidet ein Fünftel der Befragten, die Ferien machen werden bzw. diese nicht ausschliessen, erst dann wohin es gehen soll, wenn sie sicher sind, dass wir in der Schweiz keine Strommangellage haben werden.
  • Und sogar 28 Prozent warten mit dem Entscheid für eine Feriendestination noch ab, ob es Einschränkungen durch eine Strommangellage am Ferienort geben wird. Diese Zurückhaltung dürfte vor allem die Skiregionen treffen. Denn 28 Prozent befürchten, dass Skilifte, Sessellifte oder Bergbahnen aufgrund einer Strommangellage abgestellt werden könnten.

Krieg beeinflusst Reiseverhalten 

Der Krieg gegen die Ukraine sorgt bei einem nicht unbedeutenden Teil der Befragten für Zurückhaltung, etwa beim Buchen. So warten immerhin 22 Prozent aufgrund des Kriegs und dessen Auswirkungen mit einer definitiven Buchung noch ab und wollen kurzfristig entscheiden, wohin es gehen soll.

Auch die Planungsunsicherheit ist gross. Fast zwei von Fünf (39 %), die diesen Winter Ferien machen möchten oder diese nicht grundsätzlich ausschliessen, befürchten Probleme beim Reisen ins Ausland, rechnen beispielsweis mit grossen Verspätungen oder gar annullierten Flügen. In der Westschweiz sind solche Bedenken deutlich verbreiteter als in der Deutschschweiz (47 % bzw. 36 %).

Jeder Dritte (33 %) fühlt sich zudem in anderen Ländern weniger sicher als in der Schweiz. Das sagen mehr als die Hälfte der Jüngeren (14- bis 19-Jährige: 55 %), während es bei den 50- bis 74-Jährigen gerade mal 28 Prozent sind.

pd / Sardona24