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Ostschweiz
23.11.2022
23.11.2022 11:50 Uhr

Spekulationen um Federers Villa

Beim Villa-Bauplatz klafft zwischen dem Grundstück und dem See aktuell eine nicht bearbeitete Landlücke.
Beim Villa-Bauplatz klafft zwischen dem Grundstück und dem See aktuell eine nicht bearbeitete Landlücke. Bild: Blick/ Benjamin Soland
Die «Linth Zeitung» hat heute angebliche News um einen allfälligen Uferweg zwischen dem See und der Villa von Roger Federer veröffentlicht. Ein solcher Weg sei eventuell möglich, es gäbe aber noch viele Wenn und Aber und auch ein paar offene Fragen mit dem Nachbarn.

Mit der Schlagzeile «Alles Roger - Federer stimmt Seeuferweg in Kempraten zu», geht die «Linth Zeitung» heute auf Leserfang. Bei genauer Lektüre des Artikels, wird jedoch klar, was Fakt ist und was Illusion.

Ein drei Meter breiter Spazierweg

Fakt ist: Ein öffentlicher Seeuferweg in Kempraten ist seit 20 Jahren im kantonalen Richtplan eingetragen. Bisher ist diesbezüglich nie etwas passiert und alle Realisierungsfristen verstrichen ungenutzt.

Nun plant Roger Federer ein Bootshaus bei seiner Villa in Ufernähe mit einem rund 20 Meter langen Bootssteg. Weshalb der Bootssteg diese Dimensionen benötigt, ist nicht klar.

Bootshaus und Steg bauen kann Federer aber nur, schreibt die «Linth Zeitung», wenn er im Gegenzug folgenden Passus der Stadt akzeptiert: «Sollte der Uferbereich des belasteten Grundstücks für einen Seeuferweg, Fuss- und Fahrradweg, mit einer Breite von drei Meter beansprucht werden, so verpflichtet sich der Eigentümer des Grundstückes, diesen zu dulden.»

Oder einfach ausgedrückt: Wenn Roger Federer das Seeufer nutzen will, muss er zwischen seinem Grundstück und dem See dem Publikum einen Spazier- und Veloweg von drei Metern Breite zugestehen. Die «Linth Zeitung» erweckt den Eindruck, dass die Familie Federer diesem Passus zugestimmt habe.

Kein Spazierweg ohne Zugang

Der «Linth Zeitung» sagte der Rapperswiler Bauchef Christian Leutenegger demgegenüber: «Es ist derzeit kein Seeuferweg geplant» und «ein solcher sei vorläufig auch nicht angedacht und für den Stadtrat nicht prioritär».

Mit anderen Worten: Die Idee eines Seeuferwegs ist heisse Luft, selbst wenn die Federers eine Einwilligung zu einem allfälligen Seeuferweg gegeben haben sollten oder geben würden. Denn es gibt da noch ein paar Nachbarn, die auch ein Wörtchen mitzureden haben.

Fakt ist: Für einen Seeuferweg braucht es einen Zugang. Der Zugang kann von der Strasse aus nicht über Federers Grundstück erfolgen und seine Nachbarn haben Grundstücke, die ebenfalls nicht dafür vorgesehen sind, denn sie verfügen über rechtsgültige Eigentumsgarantien, die man nicht einfach beschneiden kann.

Der Stadtrat von Rapperswil-Jona weiss das. Bei den anderen Grundeigentümern, den Nachbarn und potentiellen Anstössern für einen Seeweg hat man deshalb bisher auch nicht angefragt. «Sie werden allerdings derzeit nicht angegangen», sagt der Bauchef der Zeitung.

So bleibt von der «Linth Zeitung»-Schlagzeile das, was die Schweizer Zeitschrift «Nebelspalter» schon am 18.August 2019, also vor mehr als drei Jahren, satirisch vermeldet hat:

«Sensationelle Wende in Federers Seeufer-Streit: King Roger stimmt einer Passerelle über sein Grundstück zu»

Bild: beobachter.ch
Linth24/Mario Aldrovandi